Wirtschaft und Statistik

13. Teilnahme an der Frühjahrsumfrage zur Konjunkturentwicklung 2026

Die Frühjahrs-Konjunkturumfrage des ZDB ist online.

Wir laden Sie herzlich ein, an der diesjährigen Frühjahrsumfrage zur Konjunkturentwicklung in der Baubranche teilzunehmen. Diese Umfrage wurde vom Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) erstellt, um ein genaues Bild der wirtschaftlichen Lage in 2026 zu zeichnen.

Der Fragebogen wurde so gestaltet, dass er größtenteils den bisherigen Umfragen entspricht, um eine Vergleichbarkeit der Daten zu gewährleisten. Zusätzlich wurde eine Frage zur erwarteten Wirksamkeit des aufgelegten Sondervermögens über 500 Mrd. Euro auf die Auftragslage und eine Frage zum Bauturbo aufgenommen.

Ihre Teilnahme ist entscheidend, um fundierte und repräsentative Ergebnisse zu erzielen. Die Ergebnisse der Umfrage werden wir im Infodienst veröffentlichen und sie dienen als wichtige Grundlage für die Ausrichtung der Aktivitäten in der Bau-Innung Hamburg und dem Norddeutschen Baugewerbeverband e.V. ebenso wie des ZDB.

Bitte nehmen Sie sich die Zeit, den Fragebogen auszufüllen. Die Umfrage ist ab sofort freigeschaltet und läuft bis zum 17. April 2026

https://www.survio.com/survey/d/T4U6N1U2D1X4L7F7K

Ihre Meinung zählt! Vielen Dank für Ihr Engagement und Ihre Unterstützung. 

Wie in jedem Jahr werden wir im Anschluss an die Auswertung der Umfrage hierüber - speziell auch mit Bezug auf die Ergebnisse für Hamburg - berichten.

14. Konjunkturbericht Baugewerbe Hamburg 2025

Im Rahmen der Sitzung des Arbeitskreises Unternehmensführung (AUF) am 17. März 2026 hat Michel Durieux vom Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) einen umfassenden Überblick über die baugewerbliche Konjunktur in Hamburg gegeben. 

Die folgenden Punkte fassen die wesentlichen Ergebnisse für unsere Mitgliedsunternehmen zusammen:

1. Auftragseingänge 2025: Deutliche Erholung und überdurchschnittliches Wachstum

Die Auftragseingänge im Hamburger Baugewerbe haben 2025 eine kräftige Erholung vollzogen. Insgesamt wurde ein Zuwachs von knapp 32 % erreicht – deutlich über dem Bundestrend von +9,3 %.

Entwicklung nach Sparten:

  • Wohnungsbau: +43 %,

  • Gewerblicher Hochbau: +83 %,

  • Gewerblicher Tiefbau: –28 %.

Der Rückgang im Tiefbau ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass große Infrastrukturprojekte wie die U5 bereits in den Vorjahren vergeben wurden und deren hohe Volumina 2025 rechnerisch zu einem negativen Vergleichswert führten.

2. Umsatzentwicklung 2025: Rückgang entgegen dem Bundestrend

Während bundesweit ein Umsatzplus von +4,9 % erzielt wurde, verzeichnete Hamburg 2025 einen Umsatzrückgang von –7,5 %.

Umsatzentwicklung nach Sparten:

  • Gewerblicher Bau: –6,9 %,

  • Wohnungsbau: –23,2 %,

  • Öffentlicher Bau: +6,4 %.

Der deutliche Rückgang ist vor allem auf den Wohnungsbau zurückzuführen. Gleichzeitig deutet allerdings der starke Auftragseingang im Wohnungsbau (+42,7 %) bereits auf eine Trendwende hin.

3. Ausblick 2026/2027: Trendwende wahrscheinlich

Auf Basis des starken Auftragseingangs 2025 und der vorhandenen Auftragsbestände ist für die Jahre 2026 und 2027 eine Umsatzerholung realistisch.

  • Auftragsbestand: Reichweite rund 14 Monate

  • Wohnungsbau: klare Erholungstendenzen

  • Ausreichende Polster für eine positive Entwicklung

4. Beschäftigung: Stabile und robuste Entwicklung

Die Beschäftigtenzahlen im Hamburger Baugewerbe bleiben stabil:

  • +3,1 % gegenüber dem Vorjahr,

  • 8.285 Beschäftigte, nahezu identisch zum hohen Niveau von 2023.

5. Risiken für 2026/2027

  • Geopolitische Unsicherheiten und mögliche Energiepreissteigerungen,

  • Fragile gesamtwirtschaftliche Lage,

  • Verzögerter Mittelabfluss beim Sondervermögen.

6. Chancen für die kommenden Jahre

  • Erwartete Zinssenkungen der EZB verbessern Finanzierungskonditionen,

  • Das 500Mrd.-€Sondervermögen für Infrastruktur stärkt insbesondere den Tiefbau,

  • Steigende Reallöhne und Konsumerholung können die Nachfrage im Wohnungsbau beleben.

7. Fazit:

Hamburg zeigt 2025 eine deutliche Erholung im Auftragseingang, die klar über dem Bundesniveau liegt. Der Umsatzrückgang ist vor allem auf den Wohnungsbau zurückzuführen, der jedoch bereits eine Trendwende erkennen lässt. Die Beschäftigung bleibt stabil, und die Auftragsbestände sichern eine solide Ausgangslage für 2026 und 2027. Chancen und Risiken halten sich die Waage, wobei die strukturellen Impulse aus Infrastruktur und Zinspolitik positiv hervorstechen.

Die vollständige Präsentation von Michel Durieux zur baugewerblichen Konjunktur in HamburgRückblick 2025 und Ausblick 2026 – steht unseren Mitgliedsunternehmen im Downloadcenter – nach Eingabe Ihres Passwortes – 

http://www.bau-innung.de/wirtschaft-und-statistik

in der Rubrik Wirtschaft und Statistik / Infodienst Downloads zur Verfügung.

15. Lagebericht eines Bauunternehmens

Der ZDB stellt für 2025 einen MusterLagebericht bereit, der die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Bauwirtschaft sowie den Aufbau eines Lageberichts anhand eines fiktiven Unternehmens zeigt. 

Er dient als Orientierung für Betriebe, die ihren eigenen Bericht erstellen. Enthalten sind auch regionale Umsatzgrafiken (Stand Dezember 2025); kleinere Abweichungen ergeben sich aus unterschiedlichen Datengrundlagen.

Ein Lagebericht ist nach HGB erforderlich, wenn ein Unternehmen mindestens zwei der folgenden Kriterien erfüllt:

  • Umsatz über 15 Mio. €,

  • Bilanzsumme über 7,5 Mio. €,

  • mehr als 50 Beschäftigte.

Der Lagebericht ergänzt den Jahresabschluss und beschreibt die wirtschaftliche Lage sowie die erwartete Entwicklung des Unternehmens. Er muss klar gegliedert, vollständig und nachvollziehbar sein.

Pflichtbestandteile

1. Wirtschaftsbericht

Darstellung von Geschäftsmodell, Marktumfeld, Geschäftsverlauf und der Ertrags, Finanz und Vermögenslage. Wichtige Inhalte:

  • Umsatz und Ergebnisentwicklung,

  • Auftragslage, Preise, Investitionen, Liquidität,

  • Veränderungen der Vermögensstruktur,

  • SollIstVergleich zur Vorjahresprognose.

2. Prognosebericht

Bewertung der erwarteten wirtschaftlichen Entwicklung für mindestens ein Jahr, inkl.:

  • gesamtwirtschaftlicher und branchenspezifischer Ausblick,

  • erwartete Umsatz und Ergebnisentwicklung,

  • zentrale Einflussfaktoren und Annahmen.

3. Chancen und Risikobericht

Darstellung wesentlicher Chancen und Risiken, z. B.:

  • Markt und Preisrisiken,

  • Liquiditäts und Finanzierungsrisiken,

  • Personal, IT und Lieferkettenrisiken,

  • Kundenabhängigkeiten und interne Prozesse.

Bestandsgefährdende Risiken müssen klar benannt werden.

Weitere mögliche Bestandteile

Falls relevant:

  • Finanzrisiken aus Finanzinstrumenten,

  • Forschung und Entwicklung,

  • Zweigniederlassungen.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag gehören in den Anhang, nicht in den Lagebericht. Kleinere Unternehmen können den Bericht schlanker halten, müssen aber die Pflichtbestandteile erfüllen.

Nachhaltigkeitsberichterstattung und EUTaxonomie

Mit der CSRDRichtlinie (seit 2022) müssen große Unternehmen und Banken jährlich einen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlichen. KMU sind nicht direkt verpflichtet, werden aber zunehmend von Banken und Auftraggebern nach Nachhaltigkeitsdaten gefragt.

Berichtspflicht nach CSRD

Pflicht besteht, wenn beide Schwellen überschritten werden:

  • mehr als 1.000 Mitarbeitende,

  • mehr als 450 Mio. € Umsatz.

Erstmals für das Geschäftsjahr 2027 (Bericht 2028).

Der Lagebericht großer Unternehmen umfasst somit künftig:

  1. Finanzbericht

  2. Nachhaltigkeitsbericht (CSRD)

  3. TaxonomieBericht (Kennzahlen zu nachhaltigen Umsätzen, CapEx, OpEx)

EUTaxonomie

Unternehmen müssen offenlegen, wie nachhaltig ihre Tätigkeiten sind – gemessen an sechs Umweltzielen (u. a. Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft, Biodiversität). Gefordert sind Angaben zu:

  • nachhaltigem Umsatzanteil (UE),

  • nachhaltigen Investitionen (CapEx),

  • nachhaltigen Betriebsausgaben (OpEx).

Damit werden finanzielle und nichtfinanzielle Informationen miteinander verknüpft.

Bedeutung für KMU

Das Musterunternehmen (Meister Bau GmbH) ist nicht berichtspflichtig. Nachhaltigkeit wird daher nur als Thema erwähnt. Da Banken und Auftraggeber jedoch zunehmend Nachweise verlangen, können KMU freiwillig berichten – nach dem VSMEStandard, der einheitliche Anforderungen für kleine Unternehmen schafft.

Der ZDB unterstützt dies durch:

  • UnternehmerINFO (Nov. 2025),

  • einen MusterNachhaltigkeitsbericht (in Arbeit),

  • einen Leitfaden zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (2023).

Hilfsmittel und Plattformen

Beispiele finden sich in:

  • Nachhaltigkeitsberichten großer Bauunternehmen,

  • der DNKDatenbank (Berichte vieler KMU).

Kostenlose Plattformen für KMU:

  • Zukunftskompass Handwerk (ZWH) – freiwilliger VSMEBericht,

  • DNKVSMEModul – freiwilliger Nachhaltigkeitsbericht.

Der DNK bietet zusätzlich die Möglichkeit, Berichte nach CSRD/ESRS zu erstellen. Beide Plattformen wurden vom BMWK gefördert und vom ZDB fachlich begleitet.

Interessierte Mitgliedsunternehmen können den Beispiellagebericht zum Jahresabschluss 2025 sowie die regionalen Umsätze im Bauhauptgewerbe für das Jahr 2025 kostenlos in unserem Downloadcenter – nach Eingabe Ihres Passwortes – unter 

http://www.bau-innung.de/wirtschaft-und-statistik

in der Rubrik Wirtschaft und Statistik / Infodienst Downloads herunterladen.

16. Kostenfreie Nachhaltigkeitsberichterstattung für KMU

VSME-Standard jetzt auf der DNK-Plattform verfügbar.

Am 2. März 2026 wurde in Berlin das weiterentwickelte VSME-Modul für kleine und mittlere Unternehmen (KMU bzw. englisch SME) vorgestellt. 

Der VSME-Standard (Voluntary Sustainability Reporting Standard for SMEs) ist nun digital auf der DNK-Plattform verfügbar und kann von Unternehmen kostenfrei genutzt werden.

Für viele Bauunternehmen wird das Thema Nachhaltigkeit und ESG-Berichterstattung immer wichtiger. Auftraggeber, Banken und größere Unternehmen verlangen zunehmend klare und vergleichbare Nachhaltigkeitsdaten. Gleichzeitig sind viele bestehende Berichtssysteme für mittelständische Betriebe sehr komplex.

Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) begleitet die Entwicklung einfacher und praxistauglicher Lösungen seit Jahren. Ziel ist es, die Interessen der mittelständischen Bauwirtschaft einzubringen und sicherzustellen, dass neue Berichtssysteme verständlich und umsetzbar bleiben.

Der VSME-Standard soll vergleichbare Nachhaltigkeitsinformationen ermöglichen, ohne KMU mit unnötiger Bürokratie zu belasten.

Die DNK-Plattform als kostenfreie Lösung:

Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex hat den VSME-Standard in seine digitale Plattform in-tegriert. Unternehmen können dort kostenlos einen strukturierten Nachhaltigkeitsbericht erstellen.

Die Plattform bietet:

  • eine modulare Struktur speziell für KMU,

  • eine digitale Schritt-für-Schritt-Anleitung,

  • Orientierung zu wichtigen ESG-Themen wie Energie, Emissionen, Ressourcen, 

Arbeitssicherheit und Unternehmensführung,

  • eine praxisnahe Dokumentation für Kunden, Banken und Auftraggeber.

Damit entsteht ein einfacher Einstieg in die Nachhaltigkeitsberichterstattung – besonders geeignet für mittelständische Unternehmen.

Branchenlösung für die Bauwirtschaft:

Der ZDB hat gemeinsam mit Branchenvertretern daran gearbeitet, den VSME-Standard auf die Besonderheiten der Bauwirtschaft anzupassen. Wichtig war dabei:

  • praktikable Anforderungen für mittelständische Bauunternehmen,

  • Berücksichtigung branchenspezifischer Themen,

  • einfache Integration in bestehende Abläufe.

Verbindung zum Handwerkskompass:

Der VSME-Standard steht in engem Zusammenhang mit dem Handwerkskompass für Nachhaltigkeit, der Betriebe dabei unterstützt,

  • Nachhaltigkeit im Unternehmen zu verankern,

  • wichtige Themenfelder zu erkennen,

  • Schritt für Schritt Transparenz aufzubauen.

Der VSME-Standard bietet dafür eine strukturierte Möglichkeit zur Dokumentation.

Zugang zur DNK-Plattform:

Das VSME-Modul ist ab sofort nutzbar unter: www.deutscher-nachhaltigkeitskodex.de. Die Nutzung ist kostenfrei.


Ihr Ansprechpartner:

Björn Söllner

040/2263255-23

soellner@bau-innung.de


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